Würde KI KI kaufen?

Seit Alan Turing in den 1950ern seinen Turing-Test vorstellte, wurde der Grundstein der KI (Künstliche Intelligenz) als theoretisches Konzept gelegt. Zu diesem Zeitpunkt waren diese Systeme nur für die Lösung mathematischer Probleme und Logikrätsel entwickelt, weil diese sehr eingeschränkt und regelbasiert arbeiteten.

Von 1970 bis 1980 kam die Zeit der industriellen und Expertensysteme, die auf spezifische Wissensdomäne zielten und regelorientierte Entscheidungsfindung ermöglichten. Insbesondere in der Medizin fanden diese Systeme einen Einsatz.

Die Teufelsbuchse wurde ab den 1990ern geöffnet, indem maschinelles Lernen und datengetriebene Ansätze aufgrund miteinander kommunizierenden neuronalen Netzen die Verfügbarkeit großer Datenmengen mittels einer verbesserten Rechenleistung möglich machten. Weiterhin wurden die Algorithmen verbessert und die Einführung von Deep Learning realisiert, um die Systeme ohne explizite Programmierung lernfähig zu machen.

Die Weiterentwicklung bis heute wurde mittels leistungsfähiger Grafikprozessoren erheblich beschleunigt, und bringt eine solide Gefahr mit sich, die die Abschaffung des Menschen, wie wir ihn heute kennen, in sich haben könnten. Zwar könnte die Zeitspanne bis zu dieser Prozessvervollständigung 100 Jahre in Anspruch nehmen. Dennoch sind IT-Fachkräfte von der aktuellen Entwicklung heute schon von der KI bedroht, denn KI-Programmierwerkzeuge sind in der Lage Programmierer zu ersetzen.

Das ist die aktuelle Kehrseite der Medaille, die für den normalen Anwender noch extremer ist, weil diese Systeme Daten über ihn sammelt und automatisch verarbeitet, um ein detailliertes Profil je eines Bürgers zu erstellen. Wer permanent die Ortung, die Kamera und das Mikrofon seines Mobilfunkgeräts aktiviert lässt, ermöglicht die totale Kontrollübernahme über seinen Körper und seine Seele.

Wenn man weißt, dass täglich 300.000 neue Schadanwendungen1 mittels KI die IT Landschaft erheblich bedroht, soll sich lieber die Frage stellen, ob es nicht besser wäre, sich an die analoge Welt wieder zu wenden. Hinzu kommt die Quantentechnik, die einen Quantensprung in der Datenverarbeitung und demzufolge auch die Schaffung von Schadanwendungen hervorruft.

Die Anwendung von Google-Alphabet Quantum Echoes2 für Quantenrechner ermöglicht einen Prozessorgeschwindigkeit, die 13.000 mal schneller im Vergleich mit einem heutigen Schnellprozessor aus der „normalen“ Technologie ist.

Nachstehend schauen wir uns die Entwicklung für die Periode Oktober 2019 bis Februar 2022 an.

Innerhalb einer sehr sehr kurzen Zeit schafft ein Quantenrechner über 400 Qubits. IBM arbeitet an einen Quantenrechner mit einer Rechengeschwindigkeit von 100 Tausend Qubits3. Wann kommt der Tag an den wir total überflüssig werden? Wann kommt die Zeit an den wir nur noch irgendwo und irgendwie vollständig passiv herumstehen?

Wie KI uns, sowohl beruflich als auch privat, viele positiven Dinge verspricht. Seit ungefähr drei Jahren steht das Wort KI täglich fast in allen Munden. Aber kann KI wirklich halten, was uns die GAFAM, der BSI, Fachwissenschaftler und viele Anderen versprechen? Oder, handelt es sich mit KI eher nicht an kognitive Marketingtechniken, um uns von den Vorteilen dieser Technologie zu imprägnieren?

In jeden Fall machen sich die Figuren hinter KI kaum die Mühe zu zeigen, wie genau sie diese Versprechen einlösen wollen4. Das bedeutet mal wieder, dass es aus der KI eine solide „Luftnummer“ die Rede sein könnte. Eine Börsenblase mit der KI-Technologie ist schon jetzt sehr gewachsen. Das heißt, dass ein unvorstellbares Wachstum mit „Luftwerten“ sich gebildet hat. Der Tag an den diese Werte zusammenfallen werden, ist meiner Meinung nicht mehr ganz weit von uns weg. Und dieses Mal wird es richtig weh tun. Die erste Dotcom-Blase hingegen wäre ein Kindergarten gewesen.

Wer Etwas verspricht, muss auch in der Lage sein, seine Versprechungen einzulösen. Und genau das ist mit KI noch nicht der Fall. Es wird ein Kosten/Nutzen-Vorteil versprochen, den man wegen der Vielzahl an Versprechungen gar nicht mehr sieht. Auf Dauer führt diese Einstellung eindeutig zur Frustration und einer Ablehnung dieser Technologie. Zurzeit ist der Nutzen in wissenschaftlichen Bereichen sichtbar und umsetzbar, zum Beispiel im Gesundheitswesen oder die Astrophysik.

Das Menschenbild auf eine Mensch-Maschine zu reduzieren, blendet vieles aus, wie unsere Leben aussehen. KI denkt noch zu viel in definierten Mustern. Und so sind wir glücklicherweise nicht geschöpft. Es sei denn, einige verrückt gewordenen Wissenschaftler wollen aus dem Homo Sapiens eine reine passive Maschine machen.

Das Wort Transhumanismus geht auf verschiedenen Philosophen und Naturwissenschaftlern sowie Erfindern wie Max More, Nick Bostrom, Raymond Kurzweil, Hans Moravec, Marvin Minsky u.a. zurück5. Etwa seit Ende der 1980er haben diese Wissenschaftler sich schon ernsthafte Gedanke über die totale Kontrollübernahme der Mehrheit durch die Minderheit gemacht. Falls wir nicht aufpassen, und weiterhin unsere Wohlfühlzonen nicht verlassen wollen, könnte dieser Wunschtraum sehr bald Realität werden.

Um diese totale Kontrollübernahme zu bremsen bzw. aus dem Weg zu schaffen6, ist ein Kontrollgremium namens Bundesnetzagentur errichtet worden. Mittels der EU-AI-Act7 hoffen viele Institutionen und privaten Unternehmen auf eine drastische Regelung der Verordnungen, die erst ab 2. August 2026 rechtsgültig werden. In Deutschland wird die Bundesnetzagentur mit der Umsetzung der Regelung dieser Verordnungen8 beauftragt.

Mit KI befindet sich die Souveränität der digitalen Identität im Wandel. Die Frage ist: Wie können wir digitale Identitäten sicher und gerecht verwalten – und welche Rolle spielt künstliche Intelligenz dabei?9 Die aktuelle Lage zu einer vertrauenswürdigen digitalen Identität ist nicht immer gegeben. Um die Nutzerfreundlichkeit zu erhöhen und garantieren, bleibt die Idealvorstellung ein Single Sign On (SSO) Identität statt zahlloser Accounts.

Das ist zwar die ideale Komfortvorstellung, bringt aber Risiken in Sachen Daten- und Identitätsschutz mit sich. Das Hauptargument ist: Wollen wir unsere digitale Identität einem privatwirtschaftlichen Unternehmen überlassen, das Nutzerrechte an finanzielle Interessen knüpft? In diesem Fall gibt es Beispiele wie der ePA (Elektronischen Patientenact), der überhaupt nicht voll und ganz Sicher ist. Das was seine sichere Nutzung in allen Umständen angeht, ist bedenklich. Die wichtigen Fragen sind: wer hat Zugang zu diesem Act? Wie wird der Zugang allen Akteuren abgesichert? Was passiert im Fall einer KI gesteuerten Attacke? Warum sind Schulungen sowohl für Unternehmensmitarbeiter als auch für die Nutzung als Privatanwender unabdingbar?

Wer keine Schulungs- und Fortbildungsmaßnahmen zu dieser Thematik macht, könnte heute oder später einen erheblichen Datenschutz- bzw. einen Identitätsmissbrauch erleben. Die Vision einer bequemen digitalen Identität ist schön, bleibt auf Dauer bedenklich, wenn KI Systeme nach Identitätsmuster suchen, um die digitale Identität zu missbrauchen. Zu diesem Missbrauch gehören beispielsweise Bank- und Kreditkartendaten, persönliche Daten, sensible Gesundheitsdaten, Arbeitgeberdaten wie Entgeltabrechnungen, Online Einkaufsdaten und noch vieles mehr.

Deshalb ist die Verwaltung einer vertrauenswürdigen ID-Infrastruktur niemals nur in die Hände der Privatwirtschaft abzulagern. Sie braucht klare definierten Regel und ein Fundament aus Transparenz und Rechenschaftspflicht. Sie muss von rechtsstaatlichen Prinzipien und echter Wahlfreiheit getragen werden10.

Wenn KI entscheidet, wer wird sind, dann ist der Weg zum Missbrauch Türe und Tore geöffnet. Stellst dir mal vor, deine Identität wird mittels KI manipuliert und du bekommst Zugang zu keinen digitalen Diensten mehr.

Oder, deine Identität ist abhanden gekommen, und die Täter nutzen dieses Abhandenkommen, um in deinem Namen Einkäufe oder sogar verleumderische politische Propaganda zu tätigen. Meistens ist der Weg, um diesen Fall zu lösen sehr lang und es ist mit vielen Hürden zu rechnen, um Recht zu bekommen, insbesondere, dort, wo die Täter herkommen und eine andere Rechtsgrundlage als bei uns gültig ist.

Der digitale Betrugsversuch im Namen deiner Person ist wirklich das Schlimmste, was dir zustoßen kann. KI darf in keinem Fall zur Datenkrake werden. Deshalb müssen die Risiken bei der Preisgabe von Identitätsdaten stets gut überlegt werden, und diese Preisgabe soll womöglich nach dem Motto so wenig Daten wie möglich und so viel wie nötig.

Ja, tatsächlich KI kann KI kaufen. Sobald deine Identität missbraucht wird, ist deine digitale Freiheit in Gefahr.

Willst du mehr erfahren, wie du dich optimal gegen digitalen Missbrauch schützt? Dann nimm bitte die Zeit und fordere bei mir eine Beratung, wie du deinen digitalen Weg frei gestaltest.

  1. BSI-Bericht: Pro Tag werden über 300.000 neue Schadprogramm-Varianten entdeckt, https://t3n.de/news/bsi-ueber-300-000-neue-schadprogramm-varianten-taeglich-1657237/ ↩︎
  2. https://edrm.net/2025/10/googles-new-quantum-echoes-algorithm-and-my-last-article-quantum-echo/ ↩︎
  3. IBM will Quantencomputer mit 100.000 Qubits bauen https://t3n.de/news/ibm-quantencomputer-100000-qubits-1555176/ ↩︎
  4. https://netzpolitik.org/2025/interview-es-liegt-an-uns-ob-wir-ki-macht-ueber-uns-geben/ ↩︎
  5. https://www.juraforum.de/lexikon/transhumanismus ↩︎
  6. NDLR Diese Situation wird man niemals ganz umgehen können, denn das Interesse an eine Kontrollübernahme über die Masse ist so derart groß, dass ich schon jetzt fest davon überzeugt bin, dass eine Überwachung aller KI-Akteure unmöglich ist. ↩︎
  7. EU AI Act https://artificialintelligenceact.eu/ ↩︎
  8. https://netzpolitik.org/2025/referentenentwurf-diese-behoerden-sollen-die-ki-verordnung-umsetzen/ ↩︎
  9. Wie KI die digitale Identität verändert https://www.security-insider.de/ki-digitale-identitaet-a-efd97d9c3f3ad2e2053bdf6f185f9285/ ↩︎
  10. Ibid. ↩︎

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